Liebe Mitglieder der SGL und die, die es noch werden wollen,

eine langwierige Zeit mit Höhen und Tiefen liegt hinter uns und wohl auch noch eine ganze Weile vor uns. Wir von der Abteilung Breitensport der SG Leutershausen möchten nicht untätig den geschlossenen Turnhallen und Plätzen nachtrauern, sondern neue Wege eröffnen, um den geliebten Sport und die regelmäßigen Übungs-Stunden, ins eigene Wohnzimmer zu bringen.

Hier nun ein kleiner Überblick über unser Online-Programm.

Montag 16:00 Uhr (ca. 30 Minuten) Eltern-Kind-Turnen mit Sandra Stark.

Für die Kleinen eine ganz neue Erfahrung und für die größeren Geschwister eine tolle Zeit zum mit machen.

Montag 18:15 Uhr Zumba für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Marlen.

Dies läuft als Kurssystem und ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Infos erhalten Sie in der Geschäftsstelle.

Dienstag 17:30-ca. 18:30 Uhr „Fit und Aktiv 60 plus“ mit Michaela Eickenbusch.

Ein moderates Training zur Verbesserung von Kraft, Beweglichkeit und Koordination.

Dienstag 19:30-20:30 Uhr „Zirkeltraining“ mit Susanne Walkowiak.

Der Fokus liegt auf Stabilität, Kraft und Ausdauer, wobei das Training immer mit Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit beendet wird.

Mittwoch 19:00-ca. 20:00 „Work-out“ mit Michaela Eickenbusch.

Ein intensiveres Training von Kraft und Beweglichkeit mit wechselnden Schwerpunkten

Donnerstag 18:00-19:00 „Pilates“ mit Michaela.

Ein ruhiges Ganzkörpertraining, bei dem bewusste Atmung, Konzentration und die Arbeit aus einer stabilen Körpermitte heraus von Bedeutung sind.

Freitag 17:00-18:00 Uhr „Training für Schulkinder“ mit den Trainern vom Gerätturnen.

Übungen zur Koordination, Kräftigung und Beweglichkeit. Durch Hinzunahme von Gegenständen wie Tennisbällen, Springseilen, Klorollen,… wird das Training abwechslungsreich. Vielleicht haben auch Kinder und Jugendliche die normalerweise nicht ins Geräteturnen gehen Lust das auszuprobieren.

Wer Interesse an Spiel-und Turnideen per Whats-up hat, kann diese einmal wöchentlich von Melanie Hofmann erhalten. Es wird unterschieden in Kindergartenkinder 3-6 Jahre oder jüngere Kinder 1-3 Jahre.

Ein abwechslungsreiches, tägliches Programm ist entstanden. Wer Interesse hat an der ein oder anderen Stunde teilzunehmen meldet sich bitte in der Geschäftsstelle bei Rosi Welling. Diese prüft und leitet die Anfrage dann weiter, so dass Ihr bald euer eigenes Fitness-Programm starten könnt.

Das "Rollerfahren" wird zur Zeit nicht angeboten.

Wir von der Abteilung Breitensport freuen uns auf viele „neue“ und „alte“ Gesichter und wünschen euch viel Spaß. Bleibt Gesund!

EinBlick: Melanie Hofmann ist bei der SG Leutershausen für die größte Abteilung, den Breitensport, und viele Kinder verantwortlich

„Der Wohlfühl-Aspekt muss stimmen“

Nach dem zweiten Lockdown im Dezember lief Melanie Hofmann ganz Leutershausen ab.
Weil auch für die Sportgemeinde keine Weihnachtsfeier möglich war, spielte sie Nikolaus und brachte hunderte
Geschenk-Stiefel bei den Kindern einfach persönlich vorbei. Ihr Inhalt: Anti-Stressbälle zum Durchkneten.
Da gab es ein großes Hallo in den Gassen, denn die SGL-Vorturnerin kennt fast jedes Kind.
Von Anja Treiber
Die Frau ist auf Zack. Den Treffpunkt am Kehrrang erklimmt Melanie Hofmann zu Fuß. Das Auto nutzt sie nur selten. Mit weißer Zipfelmütze, gelber Daunenjacke und Tee im Rucksack ist sie gegen die feuchte Kälte gewappnet. Die 47-Jährige hat frei an dem Morgen, als wir unseren „Interview-Spaziergang“ im Hirschberger Gemeindewald starten. Seit zwei Jahren arbeitet sie wieder als Pädagogische Fachkraft in Leutershausens Katholischem Kindergarten. Durch die Corona-Pandemie war in den vergangenen Wochen aber nur Notbetreuung angesagt. Viel Zeit für die Frau, deren Vormittage normalerweise prall gefüllt sind.
Denn wenn sie nicht im Kindergarten arbeitet, gibt sie Übungsstunden in der Gymnastikhalle der Martin-Stöhr-Schule. Hofmann ist nicht nur Abteilungsleiterin „Turnen und Fitness“ und Gesamtjugendleiterin der SG Leutershausen. Sie ist auch vierfache Mutter. In Hoch-Zeiten verbrachte sie trotzdem manchmal zehn Trainingsstunden in der Halle. „Drei Krabbelgruppen hintereinander machten meine Knie dann aber irgendwann nicht mehr mit“, lacht sie.
Auch die SGL hat Probleme, Übungsleiter zu finden. Ein paar mehr würden das ohnehin schon sehr bunte Angebot der Breitensportabteilung noch abwechslungsreicher machen. Elf sind es derzeit, zwei Trainer-Helfer stehen zudem bereit, um vor allem den 330 Kindern und Jugendlichen in der Abteilung gerecht zu werden. Wenn es dann mal wieder losgehen darf.
Wie in allen anderen Vereinen auch, ruht der Sport im Verein schon wochenlang. Die sechs Damen der Senioren-Gymnastik sind sogar seit fast elf Monaten überhaupt nicht mehr in der Halle gewesen. Vorsichtshalber. Und auch für die ganz Kleinen gab es in den Zeiten, in denen der Sport im Sommer und Herbst kurz wiederbelebt war, nur stark eingeschränkte Angebote. Die Sache mit dem Mindestabstand ist Babys nicht zu vermitteln und für die beaufsichtigenden Eltern wäre das nur Stress pur. „Natürlich wünsche ich mir, dass wir wieder starten können. In der Halle wird das so schnell aber nicht möglich sein. Schließlich sollen sich alle wohlfühlen“, sagt Melanie Hofmann und erinnert sich selbst an Übungsstunden, die sie unter den entsprechenden Hygienekonzepten abgehalten hat. „Klar hatten wir alles markiert und alle in der Gruppe haben sich an die Vorgaben gehalten.“ Doch all das bringt ja nichts, wenn die Angst mitmacht. Die Gymnastikhalle sei, was die Belüftungsanlage und die Filter anginge, völlig coronakonform. „Aber Verein ist ja vor allem ein Miteinander, ein Aufeinanderzugehen, statt den Schritt zurückzumachen. Das fehlt natürlich sehr.“
Improvisationskunst gefragt
Als es nach dem ersten Lockdown im Frühjahr wieder möglich war, waren die Turner schon relativ früh wieder am Start. Auf dem Sportplatz wurden in den entsprechenden Kleingruppen Bewegungsangebote gemacht, die vor allem die Erwachsenen nutzten. „Um allen gerecht zu werden, haben wir wegen der Personenzahl-Beschränkungen die Übungszeiten verkürzt, damit alle zum Zug kommen konnten.“ Der Zuspruch war groß. Sogar so groß, dass mit Zumba ein neues Angebot dazukam. Auch „Fit im Zirkel“, ein Krafttraining ohne Geräte, wurde sehr gut angenommen. Auch, als es nach den Sommerferien wieder in die Halle ging. Da wurde die Trainingsstunde eben auf 45 Minuten verkürzt, um dann 15 Minuten durchzulüften, bis die nächste Gruppe kommen durfte.
Natürlich war immer wieder Improvisationskunst gefragt. Im Eltern-Kind-Turnen, das Melanie Hofmann seit inzwischen acht Jahren leitet, düsten die Kinder mit ihren Bobbycars durch einen Parcours, benutzte Wasserbälle wurden desinfiziert, Tücher gewaschen. „Wir haben versucht, so wenige Dinge wie möglich zum Anfassen zu benutzen. Das hat gut funktioniert. Kinder und vor allem auch Eltern waren froh, dass überhaupt wieder etwas angeboten wurde.“
Das führt schon in normalen Zeiten dazu, dass bei der SG Leutershausen die Nachfrage nach dem Breitensport größer ist als das Angebot. Die Abteilung könnte locker mehr anbieten. „Wir haben aber, von der schwierigen Suche nach neuen Übungsleitern abgesehen, schlicht nicht mehr Hallenkapazität. Und wenn ich 90 Kinder, die normalerweise in drei Gruppen aufgeteilt würden, dann in neun Gruppen aufteilen muss, dann wird es natürlich noch schwieriger“, sagt Melanie Hofmann.
Nach dem ersten Lockdown musste sie das Kindergartenturnen aufspalten, sodass eine Woche die evangelischen, in der anderen dann die katholischen Kinder an der Reihe waren. „Gerade für die Kinder ist es aber immens wichtig, dass sie etwas Regelmäßiges haben, wo sie sich auspowern können.“ Auch wenn die Zugehörigkeit zu einem Verein nicht eben erleichtert wird, wenn Nachmittagsunterricht oder gar Ganztagsschulen die Regel werden sollen. „Das trifft ja nicht nur die Kinder, die dann irgendwann mal durch sind und nicht kaputt noch ins Training wollen. Auch die Erwachsenen sind nach einem Arbeitstag ja froh, wenn sie die Füße hochlegen können und sich nicht noch als Trainer engagieren. Solche Menschen wie mich, die mit vier Kindern zuhause geblieben sind und dann noch die Zeit hatten, etwas für den Verein zu machen, die gibt es heute ja kaum noch.“
Über ihre Kinder rutschte Melanie Hofmann in den Verein. Zunächst war sie mit ihrem Nachwuchs selbst beim Eltern-Kind- beziehungsweise Kindergarten-Turnen. „Bis Annegret Thaler damals sagte, dass sie aufhört und das Angebot auch stirbt, wenn sich kein Nachfolger findet.“ Hofmann, die bereits im evangelischen Kindergarten eine Krabbelgruppe gegründet hatte und als engagierte Kirchengemeinderätin auch Krabbelgottesdienste leitete, übernahm.
Motivation: lachende Kinderaugen
Dem C-Trainer im Kinderturnen ließ sie die Ausbildung zu „Baby in Bewegung“ folgen und gründete das Krabbelturnen, ein Angebot für Kinder, die sich zwar fortbewegen, aber noch nicht laufen können. Das lockt auch Eltern außerhalb Leutershausens an. 2016 übernahm Hofmann die Abteilungsleitung Breitensport, ein Jahr später auch den Vorsitz der Gesamtjugend. Viele der Leutershausener Vereinskinder hat sie schon von klein auf betreut, zwischenzeitlich sogar auch beim Geräteturnen. „Da hatte meine Tochter aber deutlich mehr Ahnung als ich“, lacht sie und ist froh, dass für die 40 Kinder, die sich derzeit mit Online-Workouts begnügen müssen, mit Susanne Walkowiak eine ausgebildete Nachfolgerin fand. „Trotzdem ist es natürlich schön, wenn es beim Nikolaus-Rundgang im Dezember von allen Seiten ‚Melanie‘ schreit, weil sie einen eben alle kennen“, sagt Hofmann, die ihre Motivation, sich derart zu engagieren, ganz einfach begründet: „Die Freude darüber, in lachende Kinderaugen zu sehen und dankbare Eltern zu haben.“ Ihr Wunsch: Das Ehrenamt solle als Bereicherung gesehen werden und zeigen, dass mit Spaß und gegenseitiger Unterstützung etwas gemeinsam erreicht werden kann.
Im kinderreichen Leutershausen könnten sogar noch mehr Kinder im Verein sein, wie Hofmann meint. „Ich sehe viele Kinder im Kindergarten, davon sind eigentlich zu wenige im Verein.“ Für manche erscheine ein Spaziergang zum Waldspielplatz schon wie eine Weltreise. Aber ohne zusätzliche Hallenkapazitäten könne die SGL derzeit gar keine Kinder mehr aufnehmen.
Der Weg in die Halle ist momentan ohnehin noch weit. Unabhängig von Verordnungen und Restriktionen habe eben jeder sein ganz eigenes Thema mit dem Virus. „Es muss ja am Ende Spaß machen, der Wohlfühl-Aspekt muss stimmen. Und wenn ein Übungsleiter oder Sportler Angst hat, dann bringt es nichts.“ Hofmann hofft, dass zumindest Outdoor-Angebote in absehbarer Zeit wieder möglich sein werden. Darauf stellt man sich bei der SGL ein. Bis dahin wird es weiter Online-Training und Übungsangebote per WhatsApp geben.
Auch wenn die Pandemie derzeit alle auf eine harte Probe stellt, sieht Melanie Hofmann, was künftig vielleicht anders geschätzt werden könnte: „Vereinsleben ist nicht nur Nehmen, sondern auch Geben.“ Das zeigt sich gerade in der Treue der Mitglieder. Das hallt hoffentlich nach.